BES Jahrestagung 2025

Mit rund 1500 Teilnehmern ist die Jahrestagung der British Ecological Society die größte europäische Konferenz zum Thema Ökologie. Dank der Unterstützung durch das Dietrich-Uhlmann-Reisestipendium der DGL konnten wir vom 15. bis 18. Dezember an der Jahrestagung 2025 (BES2025) teilnehmen und uns zu Beginn der Festtage der ökologischen Gemeinschaft anschließen.

Obwohl sowohl unser Vortrag als auch unsere Posterpräsentation Teil der begrenzten Anzahl von Beiträgen zur Limnologie waren und beide im Rahmen von Community-Ökologie-Sitzungen geplant waren, befassten sie sich mit unterschiedlichen Forschungsfragen. Der Vortrag mit dem Titel „Recovering European river invertebrate communities homogenize or differentiate depending on anthropogenic stress” basierte auf einer Arbeit, die später in Global Change Biology veröffentlicht wurde, und untersuchte, wie anthropogene Stressfaktoren die β-Diversität in benthischen Makroinvertebratengemeinschaften auf europäischer Ebene beeinflussen. Ein wichtiges Thema, da das Verständnis solcher stressabhängigen Reaktionen für die Entwicklung wirksamer Schutzstrategien unerlässlich ist. Das Poster mit dem Titel „Linking micropollutant mixtures and macroinvertebrate ecological health using AI-based toxicity predictions” konzentrierte sich hingegen auf die Wasserverschmutzung und ihre Auswirkungen auf die Integrität von Gemeinschaften in Deutschland und zielte damit auf die Integration ökotoxikologischer Ansätze in ökologische Bewertungen ab .Darüber hinaus nahmen wir am Workshop „INLA and beyond: Bayesian hierarchical modelling with inlabru” zu INLA teil, einem hochrelevanten Tool zur Analyse komplexer räumlicher Modelle bei der Bearbeitung großer Maßstäbe.

A. Moulinec bei ihrer Posterpräsentation

Mit mehr als 700 ausgestellten Postern und Vorträgen in bis zu elf parallelen Sitzungen veranschaulichte die BES2025 sowohl die Vielfalt der zeitgenössischen ökologischen Forschung als auch ihre Einheit. Obwohl die Studien ein breites Spektrum an Ökosystemen, Organismen und ökologischen Ebenen abdeckten, war klar, dass wir alle auf ein ähnliches Ziel hinarbeiteten: das Verständnis der Natur und der Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf ökologische Systeme. In den verschiedenen Sitzungen stellten die Forscher eine Vielzahl innovativer Methoden vor, die oft über die Grenzen der einzelnen Disziplinen hinaus inspirierend wirkten und so neue Ideen für die Limnologie anregten, selbst wenn unterschiedliche Ökosysteme untersucht wurden. Dieser Geist des interdisziplinären Austauschs wurde durch die vier Plenarsitzungen und den inspirierenden Abschlussvortrag von BES-Präsidentin Bridget Emmett weiter verstärkt, die über ihren wissenschaftlichen Werdegang, die aktuellen Defizite in der ökologischen Forschung und deren Perspektiven reflektierte. Ergänzend zum wissenschaftlichen Programm bot die Konferenz auch zahlreiche gesellschaftliche Veranstaltungen, um den Austausch zwischen den Teilnehmern zu fördern und die kurzen, kalten Wintertage zu erhellen. Dazu gehörte unter anderem ein festlicher Stadtrundgang, bei dem die Teilnehmer gemeinsam die vorweihnachtliche Atmosphäre Edinburghs genossen und traditionelle schottische Tänze entdeckten. Die nächste BES-Jahrestagung findet Mitte Dezember 2026 in Edinburgh statt, wo sicherlich noch mehr Forscher zusammenkommen werden.

Daniela Cortes Guzman & Ariane Moulinec